Wie ist das mit ...?

Alkoholischen Getränken 

 

Jeder Alkohol kann die Enzymaktivität von Diaminoxidase und somit den Histaminabbau vermindern bzw. blockieren. Bei manchen Alkoholika kommt zudem noch ein gewisser Histamingehalt hinzu. Durch die flüssige Konsistenz alkoholischer Getränke kann es zu einer sehr schnellen Histaminintoleranzreaktion kommen. Vor allem in Kombination mit kritischen Lebensmitteln stellt Alkohol eine Gefahr dar, da die Darmschleimhaut sehr durchlässig wird und somit die Übertragung relevanter Stoffe in die Blutbahn sehr gut funktioniert. 

Insbesondere Rotwein, Sekt und obergärige Biere sind zu vermeiden.


 

Backwaren/Gebäck 


Es ist sehr schwierig Backwaren ohne die Zutaten Weizenmehl und Eiweiß zu finden. Hat man dann im Regal die Dinkelkekse gefunden, sollte man sich aber auf jeden Fall noch einmal wie gewohnt auf der Rückseite der Verpackung vergewissern, denn solche Dinge wie Citronensäure oder Kokosflocken machen vor nichts halt. Aber es gibt tatsächlich Ausnahmen, die für die Ernährung eines histaminintoleranten Menschen geeignet sind. Auch lohnt es sich die glutenfreien Kekse ins Auge zu fassen.

Bei Selbstgebackenem sollte man darauf achten, dass nach gewisser Zeit, unter Umständen kann dies schon am nächsten Tag der Fall sein, die Verträglichkeit erheblich nachlassen kann, insbesonderse wenn Milchprodukte oder Ei verwendet wurden.

Der Zusatz normaler Hefe steigert in der Regel nicht die Unverträglichkeit des Produktes.


 

Beerenobst

 

Johannesbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren sowie Obstsorten wie Apfelsinen, Ananas, Datteln und Weintrauben enthalten einen hohen Anteil an Salicylsäure, dem Ausgangsstoff der Acetylsalicylsäure.


 

Milchprodukten


Milch, Joghurt, Sahne, Frischkäse, Buttermilch, Molke, Butter etc. können relativ gut vertragen werden, wenn die Packung kühl und nicht länger als ca. 3 Tage geöffnet gelagert wurde. Denn durch den hohen Eiweißgehalt, kann relativ schnell viel Histamin gebildet werden.

 

Lange Zeit gereifter Käse ist tabu. Je jünger der Käse, umso besser. Butterkäse und junger Gouda sind Alternativen zu Brie, Camembert, Gouda(alt), Hartkäse, Emmentaler & Co.

 

Rohmilch ist ebenfalls kritisch; besser geeignet ist pasteurisierte und H-Milch, denn diese verfügt über einen geringen Histamingehalt von bis zu 0,08 mg pro 100 g. So kann das Müsli am Morgen meist beschwerdefrei genossen werden. Allerdings sollte auch hier beachtet werden, dass sich Histamin im Laufe desTages ansammelt, sodass der abendliche Joghurt (mit ca. 0,21 mg Histamin pro 100 g) eventuell Bauchschmerzen bereitet. 


Wer auf Kuhmilch verzichten möchte, kann sie vor allem durch Hafermilch (und eventuell Reismilch) ersetzten. Reismilch ist deshalb kritisch, weil der Reis zur Herstellung fermentiert wird. 


Außerdem gibt es noch Hirse- und Kartoffelmilch.

 


Fisch


Roher Fisch und Meeresfrüchte enthalten in frischem Zustand kaum biogene Amine, aber sie sind sehr schnell verderblich. Dieser Verderb kann innerhalb kurzer Zeit zu sehr hohen Histaminkonzentrationen führen. Außerdem besteht die Gefahr einer Quecksilberbelastung durch die Verschmutzung der Meere. Auch andere Schwermetalle können sich in Fischen und anderen Meerestieren ablagern und zu Fischvergiftungen verschiedenster Art führen.


Wenn Fisch trotzdem auf den Tisch kommt, sollte man nur zu fangfrischem und konsequent tiefgefrorenem Fisch greifen. In Fischstäbchen sollte sich demnach nur wenig Histamin befinden, aber es ist darauf zu achten, dass die Kruste der Fischstäbchen meist aus Weizen und anderen Zutaten hergestellt wird, die potenziell histaminreich sind.


Es ist zu empfehlen u.a. folgende Fischsorten zu vermeiden: Thunfisch, Makrele, Sardine, Sardelle, Hering, Krustentiere (wie Hummer, Krabben). Des Weiteren gelten Fischkonserven, sowie geräucherter, marinierter oder getrockneter Fisch als unverträglich bei Histaminintoleranz.

 

 

Fruchtsäften


Bei Säften muss darauf geachtet werden, dass sie einerseits nur aus unkritischen Früchten bestehen und andererseits keine Aromen, Citronensäure oder Ascorbinsäure enthalten

Aber selbst wenn man auf all dies geachtet hat, besteht die Möglichkeit der Unverträglichkeit, je nachdem wie die Früchte verarbeitet und gelagert wurden.


Also Vorsicht! Aber prinzipiell ist der Genuss von Fruchtsäften möglich.


Relativ neu im Sortiment sind mit stillem Wasser verdünnte Fruchtsäfte "naturell". Hier sind wirklich nur Säfte und Wasser enthalten, auf Citronensäure & Co. wurde verzichtet.


 

Getreide


Weizen ist bei einer Histaminintoleranz nicht zu empfehlen, der Histamingehalt beträgt 0,4 mg pro 100 g, zu dem ist die üblicherweise verzehrte Menge nicht gerade klein, beispielsweise bei einem Teller Nudeln (Hartweizengrieß). Leider muss man auf vielerlei Dinge verzichten, wenn man kein Weizenmehl zu sich nehmen möchte, unter anderem auf Nudeln aus Hartweizengrieß, Grießbrei, Paniertes, viele Müsli- und Cornflakessorten, Brot und Brötchen, Kekse etc.

Aber es gibt auch sehr schmackhafte Alternativen wie Dinkel-, Reis- & Maisprodukte.


Dinkel hat sich als sehr verträglich erwiesen. Dinkelprodukte sind mittlerweile sehr gefragt und das Sortiment hat sich in letzter Zeit stark ausgeweitet – von Dinkelbackmischungen über Flakes und Dinkelgrieß sind viele neue Produkte erhältlich.



 

Marmelade

 

Die Marmeladen und Konfitüren, die in Supermärkten angeboten werden, enthalten leider alle zumindest Citronensäure. Ausnahmen gibt es wenige. 

 

Aber auch ohne Citronensäure muss man auf die verwendeten Früchte achten und besonders hier gilt: Bitte in Maßen! 

 

Auch wenn es das leckere Kirschgelee der Oma ist, die Früchte können immer angegangen sein und zuviel Zucker ist bei einem empfindlichen Darm auch keine Streichelkur.

 


Schwefel

 

Schwefel kommt zum einen auf natürliche Weise in verschiedenen, vor allem eiweißhaltigen Lebensmitteln vor, so unter anderem in Eiern, Fisch, Fleisch und auch Hülsenfrüchten. Zum anderen wird Schwefel bzw. Schwefelsäure von der Lebensmittelindustrie eingesetzt, um Fruchtsäfte, Trockenfrüchte, Fisch, Wein etc. haltbar zu machen. 

Schwefeln ist eine Konservierungs-, Stabilisierungs- und Hygienemaßnahme. Ohne dieses Vorgehen könnte man viele Lebensmittel nicht mal einen Tag aufbewahren, ohne dass sie verderben. Schwefel und Schwefelsäure ist bei histaminintoleranten Personen als Problem bekannt, weil diese Stoffe häufig zu pseudoallergischen Reaktionen führen. Ein absoluter Verzicht auf schwefelhaltige Lebensmitteln kann zu Mangelerscheinungen führen. Diese stehen meist in Verbindung mit einem einhergehenden Eiweißmangel.